Häufig gestellte Fragen (F.A.Q.)

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1. Allgemeines über das RAMAL-Projekt und die Umfrage

1.1. Was bedeutet das Akronym „RAMAL”?

Das Akronym des Projekts steht, auf Französisch, für „Vorstellungen, Einstellungen und Motivationen beim Sprachenlernen”. Es befasst sich sowohl mit den Kompetenzen und Praktiken der Mehrsprachigkeit von Mitarbeitenden der Bundesverwaltung als auch mit der Art und Weise, wie die Mitarbeitenden diese sprachliche Vielfalt sehen und erleben, sowie mit ihren Meinungen und Erwartungen in Bezug auf Mehrsprachigkeit. Die RAMAL-Umfrage ist ein Schlüsselelement dieses Projekts, das etwa zwei Jahre dauert (2025–2027).

1.2. Was sind die politischen und rechtlichen Grundlagen dieser Umfrage?

Das RAMAL-Projekt geht auf den Auftrag an den Bundesrat zurück, die sprachliche Vielfalt in der Schweiz aufmerksam zu beobachten. Dieser Auftrag ist im Sprachengesetz von 2007 und in der 2010 verabschiedeten Ausführungsverordnung, allgemein als SpG bekannt, verankert. Die Verordnung sieht die Schaffung eines Wissenschaftlichen Kompetenzzentrums für Mehrsprachigkeit (KFM) vor. Dieses wurde an der Universität Freiburg eingerichtet, wo es dem Institut für Mehrsprachigkeit Freiburg (IFM) angegliedert ist, das wiederum Teil der Universität Freiburg ist. Dank der Bundesfinanzierung, die ihm im Rahmen von vierjährigen Forschungsplänen gewährt wird, ist das KFM damit beauftragt, wissenschaftliche Forschungsprojekte auszuwählen und zu finanzieren, die von Forschungsteams vorgeschlagen und durchgeführt werden, welche unabhängig von der Politik, insbesondere von Behörden und Verwaltungen, sind. Das Projekt RAMAL, das von einem Forschungsteam der Fakultät für Übersetzen und Dolmetschen der Universität Genf eingereicht wurde, ist eines der Projekte, die vom KFM im Rahmen seines Vierjahresprogramms 2025–2028 ausgewählt wurden.

1.3. Was ist das Besondere an dieser Untersuchung?

Die Sprachenvielfalt in der Schweiz ist Gegenstand wissenschaftlicher Arbeiten aller Art. Die meisten davon befassen sich direkt oder indirekt mit Fragen, die das Lehren und Lernen von Sprachen an Schulen betreffen. Andere befassen sich mit den historischen, politischen und rechtlichen Dimensionen der Mehrsprachigkeit in der Schweiz, die durch vier Landessprachen gekennzeichnet ist, von denen drei vollständig und eine teilweise auf Bundesebene Amtssprachen sind. Ein allseits bekannter Aspekt des Schweizer Systems ist die Territorialität. Zudem befassen sich einige Studien mit wirtschaftlichen Aspekten: Ist die Mehrsprachigkeit in der Schweiz von Vorteil, und wenn ja, warum – und wie lassen sich diese Vorteile beziffern? Es wurden auch Studien durchgeführt, um eine Bilanz der Mehrsprachigkeit in der Bundesverwaltung zu ziehen: Dabei wurden die Präsenz der verschiedenen Sprachgemeinschaften und die Verteilung der Sprachkompetenzen unter den Mitarbeitenden untersucht. Die RAMAL-Umfrage ist insofern spezifisch, als sie sich auf die persönlichen Meinungen und die Erwartungen der Mitarbeitenden der Verwaltung konzentriert, also auf Aspekte, die bisher kaum behandelt wurden.

1.4. Wer gehört zur Stichprobe?

Die Zielgruppe umfasst alle Vollzeit- und Teilzeitmitarbeitenden der Bundesverwaltung, die den Besoldungsklassen 12 bis 38 angehören, d. h. den Klassen, für die mehrsprachige Kompetenzen ausdrücklich verlangt werden.

Aus dieser Zielgruppe wird eine Zufallsstichprobe gezogen, wobei auf eine repräsentative Verteilung auf die sieben Departemente und die Bundeskanzlei geachtet wird. Die Umfrage zielt darauf ab, Antworten von 2'000 bis 4'000 Personen zu sammeln. Wie bei jeder statistischen Erhebung gilt: Je mehr Personen an der Umfrage teilnehmen, desto besser können die Zahlen analysiert werden.

1.5. Ist die RAMAL-Umfrage anonym?

Die Umfrage ist streng anonym, und es werden umfangreiche Vorkehrungen getroffen, um diese Anonymität zu gewährleisten. Die Zufallsauswahl der zur Teilnahme an der Umfrage eingeladenen Personen erfolgt auf Grundlage der E-Mail-Adressdatenbank des EPA. Diese Auswahl wird jedoch nicht vom EPA selbst vorgenommen: Die Adressen werden an das Meinungsforschungsinstitut MIS Trend in Lausanne weitergeleitet, das die Zufallsauswahl vornimmt und den zufällig ausgewählten Personen eine Einladung zur Teilnahme an der Umfrage zusendet. Die eingeladenen Personen erhalten mit dieser Einladung einen Code, mit dem sie sich auf der Plattform Lime Survey der Universität Genf anmelden können. Auf dieser Plattform können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dann die Fragen beantworten.

  1. Das EPA stellt die E-Mail-Adressen zur Verfügung, weiss aber nicht, wer letztendlich eingeladen wurde, und hat auch keinen Zugriff auf die Umfragedaten.
  2. Das Institut MIS Trend führt die Zufallsauswahl durch und verschickt die Einladungen zur Teilnahme, ohne die Umfragedaten zu erfassen.
  3. Das Forschungsteam der Universität Genf erfasst die Umfragedaten, hat aber zu keinem Zeitpunkt Zugriff auf die E-Mail-Adressen der Teilnehmenden.

Nur das Forschungsteam hat Zugriff auf die anonymisierten Daten, und die in aggregierter Form präsentierten Ergebnisse lassen in keinem Fall Rückschlüsse auf die Personen zu, die an der Umfrage teilgenommen haben.

1.6. Wann findet die Umfrage statt?

Die Umfrage findet von Februar bis April 2026 statt.

1.7. Wann werden die Forschungsergebnisse verfügbar sein?

Die wichtigsten Ergebnisse werden Ende 2027 in Form einer frei zugänglichen Broschüre von etwa 60 Seiten in Deutsch, Französisch und Italienisch auf der Website des CSP in Freiburg veröffentlicht.

Eine erweiterte Fassung der Ergebnisse wird 2028 in Form eines Buches veröffentlicht, das von einem Verlag herausgegeben wird und frei heruntergeladen werden kann. Weitere Informationen hierzu werden ab dem zweiten Halbjahr 2027 auf der Webseite des RAMAL-Projekts veröffentlicht.

1.8. Wer sind die Mitglieder des Forschungsteams?

Das RAMAL-Projekt wird von einem Forschungsteam durchgeführt, dem Prof. Dr. François Grin, Dr. Ilaria Masiero, Dr. Marco Civico und Dr. Méghane Tossonian angehören. Die Profile der Teammitglieder sind hier verfügbar.

1.9. Was geschieht langfristig mit den Daten?

Da die Daten streng anonymisiert sind, ist es nicht möglich, bestimmte Daten auf Anfrage zu vernichten, da sie in keiner Weise identifiziert werden können. Die Daten werden gemäss dem vom Wissenschaftlichen Kompetenzzentrum für Mehrsprachigkeit der Universität Freiburg genehmigten Datenmanagementplan («Data management plan») verwaltet. Die anonymisierten Daten werden 10 Jahre lang auf den gesicherten Servern der UNIGE gespeichert. Ein vollständig anonymisierter endgültiger Datensatz wird unter Einhaltung der FAIR-Prinzipien („Findable, Accessible, Interoperable, Reusable“) im institutionellen Repositorium YARETA hinterlegt.


2. Zum RAMAL-Fragebogen

2.1. Einige Fragen scheinen etwas vom allgemeinen Thema des Projekts abzuweichen. Warum werden sie gestellt?

Dafür gibt es zwei Hauptgründe: Erstens werden in der wissenschaftlichen Forschung oft alle möglichen Fragen gestellt, um über die reine Sammlung von Rohdaten hinauszugehen und die Antworten der Teilnehmenden mit übergeordneten Themen in Verbindung zu bringen. Dazu gehören zum Beispiel die grossen sprachpolitischen Herausforderungen, mit denen die Schweiz konfrontiert ist, einerseits seit der Gründung der modernen Schweiz im Jahr 1848 und anderseits aufgrund jüngster politischer Entwicklungen. Zweitens ist es für diese Kontextualisierung hilfreich, die Ergebnisse mit denen anderer neuerer oder älterer Studien zu vergleichen. Zu diesem Zweck müssen Verbindungen zwischen den einzelnen Studien hergestellt werden können, und dafür müssen in eine Umfrage Variablen einbezogen werden, die auch in anderen Arbeiten verwendet werden.

2.2. Wozu dienen die sogenannten «persönlichen und beruflichen» Fragen, die im Grunde genommen nichts mit den Sprachkompetenzen und -praktiken der Mitarbeitenden zu tun haben?

Eines der Ziele statistischer Analysen ist es, Zusammenhänge zwischen Variablen aufzuzeigen, die für das Hauptthema relevant sind, in diesem Fall Sprachen. Der Nutzen besteht darin Zusammenhänge aufzuzeigen, die „unter sonst gleichen Umständen” bestehen, also beispielsweise unabhängig vom Alter, Familienstand oder Beschäftigungsgrad der Personen. Gerade durch die Erfassung dieser Informationen kann man statistisch gesehen den möglichen Einfluss dieser Variablen ausser Acht lassen und sich auf die Variablen in Bezug auf Sprachen konzentrieren, die im Mittelpunkt der Studie stehen.

2.3. Mir scheint, dass im Fragebogen mehrmals dieselbe Frage gestellt wird, beispielsweise zu den Kenntnissen in anderen Sprachen neben der Hauptsprache.

Nur scheinbar, denn die Fragen sind tatsächlich unterschiedlich! Die RAMAL-Umfrage zielt darauf ab, genaue Informationen zu sammeln, indem die Antworten nach mehreren Dimensionen gleichzeitig differenziert werden, darunter:

  • die Sprache(n), die eine Person beherrscht und die ihr „Repertoire” bilden;
  • die Art der Kompetenzen (mündlich oder schriftlich, produktiv oder rezeptiv);
  • das Niveau der Kenntnisse (unter Bezugnahme auf den Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen – GER);
  • die verschiedenen Arten, wie Personen die Sprachen ihres Repertoires verwenden.

Um genau zu erfahren, was die gesammelten Informationen bedeuten, müssen die Fragen entsprechend formuliert werden.

2.4. Warum werden Dialekte im Fragebogen getrennt von den Landessprachen und anderen Nicht-Landessprachen wie Englisch behandelt?

Die sprachliche Vielfalt in der Schweiz im Allgemeinen und innerhalb der Bundesverwaltung im Besonderen wirft gleichzeitig sehr unterschiedliche Fragen auf:

  • die Verwendung der Landessprachen;
  • die Verwendung von Nicht-Landessprachen, insbesondere Englisch;
  • das Vorhandensein von Sprachen, die als Dialekte gelten, von Mundarten mit einer sehr begrenzten Anzahl von Sprechern (wie die franko-provenzalischen Mundarten) bis hin zu einer Reihe von Dialekten, die in der einen oder anderen Sprachregion gebräuchlich sind – wie beispielsweise das Schweizerdeutsch in seinen verschiedenen Varianten in der gesamten Deutschschweiz.

Es ist zu beachten, dass diese Liste nicht vollständig ist und dass in einer anderen Umfrage (z. B. einer Umfrage zu einem anderen Thema neben den Sprachkompetenzen und -praktiken innerhalb der Bundesverwaltung) eine ganze Reihe von Fragen zu den sogenannten „Herkunftssprachen” (Einwanderersprachen) gestellt worden sein könnten.

2.5. Wie wurde die Stellung des Rätoromanischen für die Zwecke dieses Fragebogens definiert?

Das Rätoromanische ist eine Landessprache und darüber hinaus auf Bundesebene eine Amtssprache für die Kommunikation mit den rätoromanischsprachigen Bürgern. Daher ist es logisch, das Rätoromanische genauso zu behandeln wie die anderen Landessprachen und Amtssprachen, nämlich Deutsch, Französisch und Italienisch. Aus dem gleichen Grund gab es keine Veranlassung, für die Zwecke dieser Umfrage zwischen den verschiedenen Varianten des Rätoromanischen (Surselvan, Sutselvan, Surmiran, Putér und Vallader sowie Rumantsch Grischun) zu unterscheiden.

2.6. Nach welchen Kriterien behandelt der Fragebogen die Bezugnahme auf das männliche oder weibliche Geschlecht (sowie Personen, die nicht einem der beiden Geschlechter zugeordnet werden möchten)?

Der Fragebogen folgt zu diesem Thema den Empfehlungen der Bundeskanzlei.

2.7. Was verstehen wir unter «Hauptsprache»?

Die «Hauptsprache» ist die Sprache, die Sie am besten beherrschen. In der Regel ist dies die Sprache, die Sie spontan verwenden und in der Sie sich im Alltag am wohlsten ausdrücken können. Bei den meisten Menschen entspricht sie dem traditionellen Begriff der «Muttersprache», der von anderen Sprachen zu unterscheiden ist, die man zwar sehr gut beherrscht, die aber dennoch nicht die Hauptsprache (oder «Muttersprache» oder «erste Sprache») sind.

2.8.Warum wird im Fragebogen darauf bestanden, dass nach Möglichkeit nur eine Hauptsprache angegeben wird?

Der Fragebogen fordert die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf, ihre Hauptsprache anzugeben. Es ist jedoch möglich, mehrere Sprachen anzugeben, jedoch nur, wenn man sich in jeder dieser Sprachen wirklich gleichermassen wohlfühlt, sodass es sozusagen keinen Unterschied im Beherrschungsgrad dieser Sprachen gibt. (In diesem Fall werden Sie von den Muttersprachlern dieser Sprachen in der Regel als Muttersprachler der einen wie der anderen Sprache angesehen.)

Diese Präzisierung dient dazu, klar zwischen der oder den Muttersprachen einerseits und den Zweitsprachen oder Zusatzsprachen andererseits zu unterscheiden, die einige Befragte aufgrund ihres Erlernens und ihrer häufigen Verwendung auf einem sehr hohen Niveau beherrschen. Beispielsweise kommt es in einigen Umfragen, in denen mehrere Hauptsprachen angegeben werden können, vor, dass eine Sprache zur Hauptsprache erhoben wird, obwohl es sich eher um eine Zweitsprache handelt. So ist laut einer umfangreichen Untersuchung aus dem Jahr 2019 Englisch die am häufigsten angegebene nicht-nationale Hauptsprache (8,4 %). Dieses Ergebnis spiegelt jedoch nicht eine massive Einwanderung aus traditionell englischsprachigen Ländern wie dem Vereinigten Königreich oder den Vereinigten Staaten wider, sondern vielmehr die häufige Verwendung des Englischen als Kommunikationssprache, was einige Befragte dazu veranlasst, es als eine ihrer Hauptsprachen anzugeben, obwohl es sich, auch wenn es auf sehr hohem Niveau beherrscht wird, um eine Zweitsprache handelt.

2.9. Warum werden bei einigen Fragen (z. B. zum Alter) Antwortmöglichkeiten in Form von Spannen statt in Form von genauen Werten angeboten?

Bei mehreren Fragen des Fragebogens werden die Antwortmöglichkeiten in Form von Spannen statt in Form von genauen Werten angeboten. Dies gilt insbesondere für das Alter oder die Anzahl der Jahre an Berufserfahrung. Diese Entscheidung ist eine zusätzliche Vorsichtsmassnahme, um die Anonymität der Teilnehmerinnen und Teilnehmer so weit wie möglich zu gewährleisten.

2.10. Einige Fragen scheinen sich auf Stereotypen zu beziehen. Warum?

Bestimmte Formulierungen (insbesondere im Abschnitt über Vorstellungen) können Stereotypen hervorrufen, da sie sich auf Wahrnehmungen oder Urteile beziehen, die in der Gesellschaft oder in der Arbeitswelt häufig anzutreffen sind.

Wir nehmen sie auf, um zu verstehen, wie die Befragten zu diesen allgemeinen Vorstellungen stehen, ob sie sie teilen oder ablehnen. Diese Informationen sind für die Analyse der Vorstellungen und Einstellungen in Bezug auf Sprachen von entscheidender Bedeutung.

2.11. Ich habe nicht genau die gleichen Fragen erhalten/nicht genauso lange gebraucht wie mein/e Kollege/in, um den Fragebogen auszufüllen. Warum?

Das ist normal – nicht jeder hat denselben sprachlichen Hintergrund, und um den Teilnehmerinnen und Teilnehmern keine Zeit zu rauben, fügen wir Filter ein, um ihnen Fragen zu ersparen, die in ihrem Fall irrelevant sind (so erscheinen beispielsweise Fragen zur Verwendung des Rätoromanischen nur für Personen, die angegeben haben, diese Sprache zu beherrschen).


3. Und nun... Ihre Vorschläge

Forscher sagen gerne, dass eine Studie nie vollständig abgeschlossen ist, da es immer weitere Aspekte gibt, die untersucht werden könnten. Um den Teilnehmerinnen und Teilnehmern nicht zu viel Zeit zu rauben, haben wir bewusst auf mehrere Fragen verzichtet und uns auf das Wesentliche konzentriert.

Möglicherweise haben Sie jedoch Vorschläge, sei es zur Verwendung der hier gesammelten Daten oder zu weiteren Forschungsarbeiten, die in Zukunft durchgeführt werden sollten. In diesem Fall können Sie diese völlig anonym im untenstehenden Dialogfeld einreichen.